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Neubepflanzung #2: Warum PiWi-Sorten?

Dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln steht die Krankheitsanfälligkeit der Reben gegenüber. Auch beim biologischen und biodynamischen Weinbau werden mit Kupfer und Schwefel Stoffe eingesetzt, die zwar den Krankheitsbefall der Reben positiv beeinflussen, den Boden jedoch belasten.


Warum sind die Reben krankheitsanfällig?

Die beiden wichtigsten Krankheiten, die regelmäßigen Pflanzenschutz im Weinbau nötig machen, sind der Falsche und der Echte Mehltau. Diese Pilzkrankheiten waren ursprünglich bei uns in Europa nicht heimisch. Sie wurden im 19. Jahrhundert mit neuen Rebsorten von Nordamerika nach Europa eingeschleppt und haben sich in jener Epoche explosionsartig ausgebreitet. Der Weinbau in Europa drohte zugrunde zu gehen, auch wegen der Reblaus, die zur selben Zeit in Europa wütete. Seit dieser Zeit müssen alle traditionellen Rebsorten jedes Jahr 6 bis 16 Mal – je nach Witterung und eingesetzten Mitteln – mit Fungiziden behandelt werden, denn ein Pilzbefall kann die Traubenernte total vernichten. So gelangen diese Spritzmittel in die Umwelt. Laut Analysen des statistischen Amtes der EU (EuroStat) ist der Pflanzenschutzmittel-einsatz pro Hektar und Jahr im Weinbau mit Abstand der größte im Vergleich zu allen anderen landwirtschaftlichen Produkten, die in der EU produziert werden.


Forschung und Genuss

Mit Züchtung von PiWi-Sorten (PIlzWiderstandsfähig) versucht man die Zahl der Spritzungen (und somit den Einsatz von Kupfer, Schwefel und weiteren Mitteln) auf ein Minimum zu reduzieren. PiWi-Züchtungen sind idealerweise beinahe resistent gegen Echten und Falschen Mehltau. Selbstverständlich ist die Qualität des daraus produzierten Weins ein ebenfalls massgebendes Kriterium. Der Weincampus in DE-Neustadt an der Weinstrasse ist eine von verschiedenen Anstalten, die - in Zusammenarbeit mit der Rebschule Freytag - in diesem Bereich forscht. Hier einige spannende Hintergründe ihrer Erkenntnisse.


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